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Geschichte

 der Familie Döderlein und deren Nachfahren im Hesselbergraum

Abschrift

Abstammung der Familie Döderlein

 

Auf Grund der Familienpapiere des Herrn Oberstudiendirektor Fritz Döderlein - Dinkelsbühl, der Kirchenbücher der Pfarrämter:

·      Weißenburg am Sand

·      Gundelheim im Altmühltal

·      Ammelbruch

·      Gerolfingen

·      Aufkirchen

 

Der älteste Stammvater dieses Geschlechts ist Alexander I. Döderlein der Ältere, seines Zeichens ein Schneider, von 1517 - 1520. 1517 Mitglied des äußeren Rats zu Weißenburg. Er besaß einen Kramladen und war zugleich Torsperrer beim oberen Tor. 1525 trat er der Augsburger Konfession bei. Nach Seiferth war er Kaiserlicher Oberoffizier. 1505 kam er aus dem Türkenkriege im ungarischen Habit. Vom Kaiser Maximilian I. wurde er mit einem kostbaren Schwert und mit einem Ring beschenkt. Er war der erste seines Geschlechts in Weißenburg. Er starb derselbst am 18. Juli 1531. Der Sektionsbefund seiner Leiche ist noch in Ratsprotokoll vorhanden. Er lautet:

„ Alexander ist im Pflegehaus aufgeschnitten worden. Als sie denselben öffneten, stellte der Stadtarzt Dr. Sebaldus Dusch folgendes fest: Die Lunge ist auf der linken Seite gar verfault gewesen, aber die rechte Seite ist noch gut gewesen. Sonst sei er übergällig gewesen und habe eine größere Galle gehabt wie sonst ein Mensch pflegt zu haben. Die Galle sei in den Magen gelaufen und gerunnen. Das Mulz sei gar verfault und ermordert gewesen. Döderlein war rasch ohne vorausgegangene Krankheit gestorben.“

 

Dessen Erbnachfolger ist sein gleichnamiger Sohn Alexander der Jüngere, geboren um 1517 zu Weißenburg , gestorben dort 1570, Eheschließung ca. 1537 mit Ursula Rappold ( diese starb am 8.4.1595 beim alten Roth ).

Alexander begleitete folgende Ämter:

Þ   1546 Ratsherr der Stadt Weißenburg

Þ   1548 Almosenpfleger

Þ   1549 Oberforstmeister

Þ   1552 Reichspfleger der Dorfschaften

Þ   1561 Steuerherr der Stadt

Þ   1564 Wahlherr der Reichsstadt

 

Sein gleichnamiger Sohn ist Alexander III., geboren Weißenburg ca.1543, gestorben dortselbst am 20.7.1614 an der ungarischen Krankheit. Im Beruf war er Apotheker. 1566 erwarb er dort das Bürgerrecht.

Þ   1570 Ratsherr

Þ   1603 Bürgermeister der Stadt

Þ   1561 - Stadtbaumeister

In dieser Eigenschaft erbaute er 1587 die Lateinschule zu Weißenburg. Sein eigenes Haus stand hinter dem Rathaus. Im Kirchenbuch ist er stets der weise Herr benannt. Im Jahr 1605 verlieh ihm Kaiser Rudolf unser allerdurchlauchigster Fürst und Herr folgendes Familienwappen:

 

Einen Schild durch die Mitte und Breite in zwei gleiche Teile geschieden, daß der obere halbe Teil gelb oder Gold, darunter aber schwarzfarb, in weilchem ganzen Schild ein wohlproportionierter Greif auf den Hinterfüßen stehend über sich in seinen vorderen Klauen ein recht natürlich formiertes Gewächs des Leindottern hält. Über dem Schild ist ein Stechhelm mit einem gold- und schwarzfarb zierlich geflochtenen Turnierband, samt den schwebenden Helmdecken in gleichen Farben. Dadurch ist Herr Alexander Döderlein mit seinen Leibeserben und Erbeserben, Manns- und Weibspersonen führ end in ewige Zeiten berechtigt solches Wappenkleinod und allen ehrlichen Sachen und Geschäften, in Schimpfen und Ernst, im Streit, Stürmen, Schlachten, Kämpfen, Stechen, Gefechten, Feldzügen und Panieren, in Siegeln, Petschaften, Gemälden und Begräbnissen nach ihren Ehren Notdurft zu Führen in Gnaden, Ehren, Verteilen, Würden, Gerechtigkeiten, Freiheiten und Rechten, in hohen und niederen Ämtern. Gegeben in der Reichsstadt Nördlingen den 27l 3. 1605 ten Jahres nach unseres lieben Herrn und Seligmachers Geburt.

Zu Urkunden gezeichnet Dr. Sebastian Röttinger, der Rechte doctoris der löblich freien Reichsritterschaft zu Schaben und Franken, der Reichsstadt Nördlingen Advocatus ( Insiegel ).

 

Ehebund am 3.9.1566 mit Katharina Stöcklein des Hans Stöcklein Bürgers zu Nördlingen eheliche Tochter ( Sie starb am 28.8.1603 ). Aus ihrer Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter der nächstfolgende Ahnherr:

 

Abrahm Döderlein, Bürger und Kürschnermeister der Reichsstadt Weißenburg, geboren dortselbst 1583, tot 1645. Er war Rottmeister der Bürgerschaft zu Weißenburg, erwarb 1603 das Bürgerrecht, 1602 kaufte er ein Haus an der Judengasse für 600 Gulden. 1604 den17. Juli ging er den Ehebund mit Anna Kühnlein, eheliche Tochter des Bauern Jakob Kühnlein zu Rohrbach hinter Berolzheim ( sie starb am 26. Juli 1660 ). Aus ihrer Ehe gingen 9 Kinder hervor. Darunter nächstfolgender Ahnherr:

 

Abrahm Döderlein der Jüngere, Meister des Kürschnerhandwerkes zu Weißenburg, geboren dortselbst den 5. Juli 1605, gestorben 27.3.1684 zu Weißenburg mit 79 Jahren. Er saß im großen Rat, war Hospitalfleger  und Stadtgerichtsasesser. 116 Kinder, Enkel und Urenkel betrauerten seinen Tod. Er ehelichte am 9. Januar 1627 Apollonia des Herrn Hans Roth, Rotgerbermeister eheliche Tochter ( geboren 1606, gestorben 4.6.1682 ). Ihre Ehe war mit 17 Kinder gesegnet. Daraus der nächstfolgende Ahnherr:

 

David Döderlein, Pfarrer, geboren Weißenburg den 17. November 1634, gestorben zu Gundelsheim als ehrwürdiger Pfarrherr den 22.9.1719 ( Grabstein noch vorhanden ). Folgende Daten aus seiner Berufslaufbahn:

Þ   1658 Magister in Rostock

Þ   1662 Pfarrer zu Thalmässing

Þ   1666 Pfarrer in Gundelsheim und Wachenhofen

Þ   1666 legte er eine wohlgeordnete Pfarrbeschreibung dieses Dorfes an mit Beigabe einer Genealogie seiner Familie

Þ   1664 den 24. Mai verehelichte er sich zu Thalmässing mit Jungfrau Anna Sybilla Steinhäuser, eheliche Tochter des Bürgermeisters Andreas Steinhäuser zu Gunzenhausen ( geboren 1646, gestorben 4.2.1714 in Gundelsheim ). Aus dieser Ehe gingen 12 Kinder hervor. Darunter

 

Herr Lorenz Alexander Döderlein, Pfarrherr zu Ammelbruch, geboren zu Gundelheim am 23 Juni 1677, gestorben Ammelbruch 20.4.1749.

Studienjahre:

Þ   1694 zu Leipzig

Þ   1698 zu Altdorf

Þ   1699 zu Sraßburg

 

Þ   1705-11 Pfarrer in Alferhausen bei Thalmässing ( Er führte mit der Gemeinde einen Prozeß wegen Zehntgerechtsame, den er verlor )

Þ   1711-20 Pfarrer in Burgsalach

Þ   1720 promozierte er nach Ammelbruch wegen Schwierigkeiten mit dem Schulmeister Scharrer

Þ   1721-49 Pfarrer in Ammelbruch

Auch dort hatte er Schulden und Strittigkeiten mit Gemeindemitgliedern. Er war Senior des Kapitels Feuchtwangen und wird wohl als redlicher, fleißiger Mann bezeichnet, war aber in seiner Haushaltung unglücklich. Seine Witwe befand sich nach seinem Tode in äußerst kläglicher Armut. Es wurde ihr nach seinem Tode ¾ Jahre Nachsitz im  Pfarrhaus gewährt, währenddessen sie starb. Er selbst war an einem hitzigen Magenfieber nach 8 tägiger Krankheit gestorben. Seine Verehelichung war an 10. März 1705 zu Dittenheim mit Eva Sophia Edelmann, eheliche Tochter des Pfarrers Johann Thomas Edelmann zu Dittenheim und seiner Ehefrau geborene Codemann erfolgt. Aus dieser Verbindung gingen neun Kinder hervor. Darunter der Stammvater:

 

Johann Michael Alexander Döderlein, späterer Schulmeister zu Ammelbruch und Gerolfingen. Geboren in Ammelbruch 18.2,1721, gestorben 29.12.1790 zu Gerolfingen nachdem er dort 23 Jahre Schulmeister gewesen war. Durch einen Schlag ins Genick und auf den Kopf, welchen ihn Johann Paul Beck aus Bosheit gegeben. Sein Tod erfolgte ein paar Wochen darauf. Er verehelichte sich 1749 zu Ammelbruch mit Anna Margareta Edelmann ( geboren 1725, gestorben Gerolfingen am 18.11.1768 an der hitzigen Krankheit mit 43 Jahren ). Aus dieser Ehe wurde geboren:

 

Johann David Michael Döderlein, brandenburgischer Schneidermeister zu Reichenbach, geboren Ammelbruch den 30. Januar 1749. Sein Pate war Herr Johann David Döderlein, Pfarrer zu Frankenhofen. Er verstarb zu Reichenbach am 5. Oktober 1804 im Alter von 55 Jahren. Verehelichung Aufkirchen den 13. November 1770 mit Anna Maria Fugger, Tochter des Bauern Johann Georg Fugger zu Fürnheim ( geboren 1739, gestorben Reichenbach den 24 Juni 1819 ). Aus dieser Verbindung der Stammvater

 

Johann Leonhard Döderlein hervor, später hochfürstlich - brandenburgischer Schneidermeister zu Reichenbach an der Wörnitz. Geboren zu Reichenbach am 18.11.1778, Hausnummer 5, gestorben Reichenbach 1835. Verehelichung Aufkirchen den 21. November 1820 mit Maria Margartea Baumeister, eheliche Tochter des Johann Jakob Baumeister, Schreinermeister zu Geilsheim ( Diese starb zu Reichenbach am 30.5.1840 ). Aus dieser Verbindung folgt:

 

Johann Georg Döderlein, späterer Holzmacher, Tagelöhner und Söldner zu Reichenbach auf Hausnummer 5, geboren dortselbst 30. November 1822. Gestorben Westheim bei seiner Tochter Maria 1898. Verehelichung am 1.4.1849 zu Aufkirchen mit Maria Margareta Sauler, eheliche Tochter des Johann Michael Sauler zu Reichenbach. Beider Tochter:

 

Maria Döderlein, geboren Reichenbach am 16.2.1854, gestorben zu Westheim als verehelichte Bickelein an der Wassersucht 1917. Deren Sohn ist:

 

Georg Friedrich Döderlein, Landwirt und Altsitzer allhier zu Wittelshofen. Geboren Reichenbach 6.11.1877, verheiratet Wittelshofen 10.2.1907 mit Babetta Buck, des Büttnermeisters Heinrich Buck allhier und seiner Ehefrau , geborene Frühwirt aus Ehingen am Hesselberg ( geboren 1881, gestorben 1941 allhier). Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor:

 

I. Friedrich Döderlein , Landwirt und Lagerhausverwalter zu Wittelshofen, geboren dahier 2.1.1908. Geheiratet 23.5.1933 mit Caroline Eisen, eheliche Tochter des Bauern Georg Eisen zu Röckingen und seiner Ehefrau Wilhelmine geborne Menhorn. Stammnachfolge zwei Mädchen.

1.    Anna, geboren 18.12.1934

2.    Hildegard geboren 25.1.1942

 

II. Karolina Döderlein, geboren Wittelshofen 11.1.1911. Heirat November 1930 mit August Stadelmann, Schreinermeister zu Reichenbach.

 

Unterschrift Verfasser ( vermutlich 1951 )